Irgendwo in Hessen


Vom Saulus zum Paulus. Oder warum man gute Freunde hat.

Eine nicht ganz ernstzunehmende Geschichte rund um die Speiseresteentsorgung.

 

Irgendwo in Hessen, in einer Kleinstadt nahe Frankfurt. Zwischen drei befreundeten Gewerbetreibenden, einem Hotelier, einem Bäckermeister und einem Restaurantbesitzer entspann sich zu später Stunde am Tresen der Hotelbar folgendes Gespräch:

R: „Früher, tja früher, da war alles besser. Heute, heute musst du ja, um alle gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen, ja fast en Studierte einstellen, der alles versteht, überwacht und umsetzt.“

 

H: „Wie meinst du denn des?“

 

R: „Nimm doch einfach mal die Entsorgung der Küchenabfälle. Früher, tja früher, da wurde das im Schweineeimer gesammelt und der ganze Küchenabfall diente als Schweinefutter.“

 

H (lacht): „Bei dir reicht ein Eimer… ich bräuchte eine Schweinetonne, um den ganze Speiseabfall zu entsorgen.“

 

B: „Moment einmal, heißt das, dass ihr die Essenreste – oder nennen wir es Speiseabfälle – nicht mehr an den Bauern gebt oder über die Biotonne von der Gemeinde entsorgt?“

 

R: „Wo lebst du denn? Diese Zeiten sind seit Schweinepest, Rinderwahnsinn und Vogelhusten schon lang vorbei. Das muss heute alles von einem zertifizierten Speiseresteentsorger geholt werden und wird der Verwertung zugeführt. Die Bioreste aus deinem Garten, das ist Bioabfall und gehört in die Biotonne.“

 

B: „Aha“!

 

H: „Aber sag´ mal – ehrlich jetzt – wie entsorgst du denn deine Backabfälle?“

 

B: „Also, die Tafel holt zwei mal die Woche Brotreste und nicht verkaufte Backreste (Stückchen, nicht verkaufte Kuchen etc.) bei mir ab. Da tue ich sogar noch was Gutes.“

 

R: „Löblich, löblich… und das was die Tafel nicht gebrauchen kann, z. B. Teigreste, Brotabfall, das Kehrmehl aus der Backstube oder der Teigabfall aus der Maschine?“

 

B: „Geht in die Biotonne oder… ääääh. …z. B. das Altbrot… zum Bauern.“

 

H: „Na, dann soll sich dein Landwirt vom Veterinäramt ja nicht erwischen lassen …und du dich auch nicht. In meinem Hotel, da fällt ja e bisschen mehr an Lebensmittelabfall an als bei euch zwei. Bei der Größe von mein Hotel sind es ja nicht nur die Küchenreste aus der hoteleigenen Küche, sondern auch die Restaurantabfälle von dem verpachteten Restaurant im Haus.“

 

B: „Sag mal, läuft das Restaurant noch seit die große Firma gegenüber jetzt eine eigene Kantine hat? Ich liefere da jetzt Backwaren hin. Da gibt es u.a Fischbrötchen. Ob das so geht? Da gibt es bestimmt viel Fischreste und Fischabfall zu entsorgen.“

 

R: „Des einen Freud… des anderen Leid. Mein Umsatz hat sich halbiert. Und dann wundert sich mein Entsorgungsfachbetrieb, warum ich nur noch zwei Speiserestetonnen für den Essensabfall habe. Gleichzeitig stehen im Hof vor der Kantine der Fa. sieben Tonnen für die Kantinenabfälle.“

 

H: „Sieben Tonnen für die Kantinenreste. Der Koch kann nix… die kommen über kurz oder lang wieder zu dir zurück.“

 

R: „Dein Wort in Gottes Gehörgang. Aber mal so grundsätzlich… ich glaub´, da sind wir uns einig: Es werden einfach zu viel Lebensmittelreste weggeworfen. Kaum hat ein Apfel eine Druckstelle kann der schon nicht mehr verkauft werden… weil der Verbraucher ihn nicht will. Dabei gäbe dies noch en guten Apfelbrei.“

 

B: „Recht hast du. Grad für meine Apfelstückchen ginge die noch prima… Aber mal was anderes. Was macht ihr denn mit eurem Altfett, also mit dem Frittierfett, dem Speiseöl oder dem Bratfett. Wenn ich in der Karnevalszeit 3000 Kräppel in der Woche mache, da kommt schon e bisschen was zusammen an gebrauchtem Pflanzenfett. So viele Meisenknödel kann ich gar nicht machen…“

 

H: „Also mir im Hotel haben einen Fettabscheider für das fettige Spülwasser…

 

R:“ …und bei mir wandern die Speisefette, alten Öle und andere gebrauchte Fette in eine separate Tonne, die der Speiseresteentsorger dann abholt.“

 

B: „Und von wem lasst ihr die Reste von Lebensmitteln abholen?“

 

H: „Ei, von Preußner Energor aus Friedberg. Die haben Erfahrung, verwerten die Speisereste selbst, beraten dich gut…“

 

R: „…sind pünktlich und zuverlässig“

 

B: „und preislich???…“

 

H: „Ei, die haben ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.“

 

R: „Auch als Sparbrötchen bist du da gut aufgehoben…“

 

H u. R: „ …Und die letzte Runde geht auf dich,… du Bäckersparbrötchen und dann lasse mir uns vom Taxi abholen“